Was wäre, wenn du alles Geld der Welt hättest. Was würdest du dann tun? Mit welchen Aktivitäten würdest du deinen Tag gestalten?

Diese Frage wird gerne gestellt, wenn es darum geht, seine Berufung zu finden. Die eine Leidenschaft, für die dein Herz schlägt. Das, was dich morgens rasend vor Begeisterung aus dem Bett springen lässt.

Wie versprechen es manche schließlich schön „Wenn du deine Leidenschaft lebst, musst du nie wieder arbeiten.

Die Frage aller Fragen

Ich habe mir die „Alles Geld der Welt“ Frage schon ein paarmal in meinem Leben gestellt.

Wieso so oft?
Weil ich damit einfach keinen Durchbruch erziele.

Wenn ich alles Geld der Welt hätte, dann:

  • würde ich noch mehr lesen, als ich es jetzt schon mache,
  • würde ich immer wieder bei verschiedenen Tierschutzprojekten im Ausland mitarbeiten,
  • würde ich noch häufiger wandern gehen und Sport machen,
  • würde ich Griechisch und Spanisch lernen,
  • würde, würde, würde …

Ja, ich würde auch Menschen dabei unterstützen, für ihre Probleme eine Lösung zu finden. Das ist eine Sache neben vielen anderen, die ich gerne mache.

Wandern ist ein Hobby von mir

Und genau da wird es knifflig. Denn nicht alles, was ich gerne mache, lässt sich auch beruflich nutzen. Es gibt genügend Menschen, die das Singen lieben, obwohl sie keinen Ton treffen. Sollen die jetzt ihrer Leidenschaft folgen und Sänger werden?

Wahrscheinlich eher nicht. Worum es vielmehr geht, ist:

  1. etwas gerne zu machen
  2. dies auch gut zu machen
  3. damit einen Nutzen zu stiften.

Diese drei Punkte sorgen dafür, dass bei meinen oben genannten Tätigkeiten einige direkt ausscheiden, um damit beruflich etwas anzufangen. Die Sache hat aber noch einen weiteren Haken.

Hobby und Beruf sind zwei verschiedene Paar Schuhe

Lass mich nochmal die Aussage aufgreifen „Wenn du deine Leidenschaft lebst, musst du nie wieder arbeiten.“

Das klingt verlockend, oder?
Nie wieder arbeiten zu müssen. Ach, was wäre das schön … immer nur das tun, was du liebst!

Und zack holt dich die Wirklichkeit ein. Denn auch bei der noch so tollsten Tätigkeit gibt es Aspekte, die weniger attraktiv sind. Das gilt vor allem für die Selbstständigkeit.

Und schon sind mit dem geliebten Hobby plötzlich Aufgaben verbunden, die nicht mehr so prickelnd sind. Entweder findest du einen Weg, diese trotzdem mit guten Gefühl zu machen oder du lagerst sie aus.

Meine Hündin Merle unterstützt mich, wo sie nur kann

Ein neues Hobby muss her

Wenn du ein Hobby zum Beruf machst, kann es dir auch passieren, dass du in deiner Freizeit keinen Bock mehr auf das Thema hast. Als ich vor vielen Jahren mal als Hundetrainerin gearbeitet habe, hatte ich zum Üben mit meinen eigenen Vierbeinern kaum noch Lust.

Das hatte ich mir so nicht vorgestellt.
Dabei bin ich doch meiner Leidenschaft gefolgt, was habe ich denn falsch gemacht?

Gar nichts habe ich falsch gemacht. Ich habe mich getraut, etwas zu probieren und festgestellt, dass es das nicht ist.

Gleichzeitig ist mir aber bewusst geworden, wie gerne ich mit Menschen arbeite. Hunde zu trainieren, heißt nämlich, mit ihren Besitzern zu üben.

Deshalb habe ich das Hundetraining an den Nagel gehängt und zwei Ausbildungen zur Entspannungstrainerin sowie zum systemischen Coach absolviert.

Somit war der Ausflug in das Hundetraining eine hilfreiche Erkenntnis, um mehr Klarheit zu bekommen.

Eine Berufung klopft nicht einfach an deine Tür

Es wird so oft von Berufung gesprochen und immer mehr sind auf der Suche nach ihr. Doch damit verbunden ist bei vielen eine extrem hohe Erwartungshaltung. Es muss die ultimative Tätigkeit sein, die die absolute Erfüllung verspricht.

Dabei ist dieser Druck gar nicht nötig. Klarheit ergibt sich durchs Tun.
Wenn du mit deiner beruflichen Situation unzufrieden bist, dann warte nicht auf deine Berufung – werde aktiv!

Nur durchs Ausprobieren findest du heraus, was dir Spaß macht.
Ob sich das nun Berufung nennt oder nicht, ist doch völlig wurscht.

Wichtig ist, dass es zu deinen Fähigkeiten und Bedürfnissen passt. Dass du etwas tust, womit du dich gut fühlst – ob angestellt oder selbstständig.

Träume brauchen Raum

Die „Alles Geld der Welt“ Frage ist gut, um die Gedanken fließen zu lassen und zu träumen. Dabei können durchaus gute Impulse rauskommen. Es setzt aber voraus, dass du loslassen und entspannen kannst.

Erst einmal geht es nur darum, Ideen zu bekommen und nicht darum, diese sofort zu bewerten.

Die Natur hilft, die Gedanken laufen lassen zu können

Bist du jedoch sehr verkopft unterwegs, kommst du mit dieser Frage vielleicht nicht weiter.
Dann versuch es doch mal mit diesen hier: 

  • In welchen Bereichen fragen dich andere um Rat oder greifen auf dein Wissen/deine Erfahrung zurück?
  • Was fällt dir besonders leicht und wie kannst du damit anderen einen Mehrwert bieten?
    Zum Beispiel texten, organisieren, planen, strukturieren, andere motivieren, etc.
  • Welches Thema interessiert dich so sehr, dass du dich gerne weiterbildest und dich darin vertiefst?

Wenn es dir mit der Frage nach allem Geld der Welt so geht wie mir, ist das kein Grund zu verzweifeln. Es gibt noch genügend andere Wege, den Bereich zu entdecken, der dir beruflich Freude macht – vielleicht ist er sogar schon offensichtlich und du übersiehst ihn einfach.

Was würdest du machen, wenn du alles Geld der Welt hättest? 

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