Kritisiert zu werden, ist echt so ’ne Sache. Je nachdem, worum es geht, kann dich Kritik tief kränken und dazu führen, dass du dich in ein Schneckenhaus zurückziehst.
Sie kann auch das Gegenteil bewirken und dich komplett aus der Haut fahren lassen, dich traurig machen oder vollkommen verunsichern.

Wie du Kritik auffasst, hängt nicht nur vom eigentlichen Inhalt ab, sondern auch davon, wie sie formuliert wird. Raunzt dich dein Gesprächspartner einfach blöd an oder achtet er auf seine Wortwahl?

Der Idealzustand wäre, dass der Kritisierende genau weiß, wie er seine Information mit den richtigen Worte rüberbringt. Im Berufsleben finden zu solchen Themen aus gutem Grund immer wieder Seminare statt.

Die Realität sieht aber anders aus.
Du und ich, wie beide sind im Alltag immer wieder mit Kritik konfrontiert, die nicht aus dem Lehrbuch stammt. Und obwohl ich schon einige Kommunikationsseminare besucht habe, rutschten auch mir unbedachte Formulierungen heraus.

Das Leben ist halt keine Theorie, sondern Praxis. Und da läuft nicht alles so, wie es in einem Buch beschrieben steht. Die Frage ist also, wie kannst du dafür sorgen, dass dich Kritik nicht aus der emotionalen Bahn wirft?

Immer mit der Ruhe!

So nimmst du Kritik nicht persönlich

Vielleicht beneidest du andere, an denen Kritik abzuperlen scheint wie Wassertropfen an einem frisch geputzten Fenster. Sie stehen über den Dingen, picken sich die Kritik-Rosinen heraus und machen weiter ihr Ding. Woher nehmen die nur dieses verdammte Selbstvertrauen?

Was machen sie anders, dass sie Kritik nicht aus den Schuhen haut?
Genau, sie nehmen sie nicht persönlich.

Und hier ist der Trick, wie du das auch lernen kannst.

Kritik – egal, wie sie formuliert ist – sagt etwas über denjenigen aus, der sie gibt, nicht über dich.

  • Deine Eltern kritisieren, dass du nicht heiraten und Kinder bekommen möchtest?
    Das drückt aus, dass ihnen diese Punkte wichtig sind.
  • Dein Chef kritisiert, dass du in deiner Kommunikation zu direkt bist?
    Das zeigt, dass für ihn Diplomatie oder Zurückhaltung eine hohe Priorität haben.
  • Dein Partner kritisiert, dass du zu wenig Zeit für ihn hast.
    Das sagt aus, dass ihm Gemeinsamkeit wichtig ist.

All das ist also erst einmal eine Selbstaussage deines Gesprächspartners, auch wenn er dabei dich anspricht. Durch ihre Kritik kannst du erkennen, welche Werte, welche Ansichten oder Bedürfnisse diese Person hat.

Der erste Schritt, um Kritik nicht persönlich zu nehmen, ist diesen Punkt wirklich zu verinnerlichen: Kritik sagt etwas über den anderen aus, nicht über dich.


Wann dich Kritik am tiefsten trifft

Manch eine Kritik rutscht dir komplett den Buckel runter, andere trifft dich wie eine Pfeilspitze tief ins Mark – aber warum?

Es kann damit zusammenhängen, wer dich kritisiert.
Vielleicht nimmst du die Kritik von nahe stehenden Personen persönlicher als die von fremden? Vielleicht ist es auch genau umgekehrt?

Und vielleicht hat es auch gar nichts mit der Person zu tun, sondern mit dem eigentlichen Thema, das angesprochen wird.

Kritik verletzt dich dann am meisten, wenn sie deine eigenen Unsicherheiten oder Zweifel anspricht. Sie trifft also einen persönlichen wunden Punkt.

  • Du findest dich selber viel zu dick und leidest schon seit langer Zeit unter deinem Übergewicht?
    Dann wirst du auf eine kritische Äußerung hierzu sehr empfindlich reagieren.
  • Dein Angebot zu vermarkten fällt dir schwer, weil das Verkaufen für dich negativ besetzt ist?
    Dann wird dich die Kritik eines Bloglesers treffen, dass du dein Angebot in einem Beitrag bewirbst.

Wie hilft dir dieses Wissen weiter?

Anstatt wie Rumpelstilzchen auszuflippen, beleidigt zu sein oder dich zu verkriechen, kannst du Kritik für dein eigenes Wachstum nutzen.
Sie verrät dir nämlich, an welchen Punkten du selbst schlecht über dich denkst oder du an dir zweifelst.

Es geht also nicht darum, dir ein dickes Fell zuzulegen. Kritik bietet dir vielmehr die Möglichkeit, mehr über dich zu erfahren.

Du brauchst kein dickes Fell

Was ist das Schöne daran?

Mit dieser Methode kehrst mit deiner Aufmerksamkeit zu dir zurück. Du kannst den anderen nicht ändern, dich selber und deine Einstellung zu dir schon.

So gewinnst du nützliche Informationen aus Kritik

All das heißt nicht, dass Kritik für die Tonne ist und sie dir egal sein kann. Es bedeutet lediglich, dass sie eine Informationsquelle ist.

Nun hast du die Möglichkeit, diese erhaltenen Informationen mit deinen Zielen und Interessen abzugleichen und zu nutzen.

  • Jemand ist an deinem Angebot nicht interessiert oder will am liebsten alles umsonst haben?
    Dann ist nicht derjenige, den du mit deiner Arbeit erreichen willst. Konzentriere dich also lieber auf deine Zielgruppe und finde heraus, was ihnen wichtig ist. Ihre Rückmeldung bringt dich weiter.
  • Du wirst wegen deines Aussehens kritisiert?
    Dann mach dich nicht selber auch noch  fertig, sondern übe dich in Selbstakzeptanz und Selbstliebe.
    Welche negativen Denkmuster hast du über dich und dein Aussehen? Bleibe bei dir und entwickle einen freundlichen Umgang mit dir selbst.

Wenn du mehr dazu erfahren möchtest, empfehle ich dir das Buch von Tara Mohr „Playing Big“*
Es ist eine tolle Inspiration für Frauen, die über sich hinauswachsen wollen. Leider ist es nur auf Englisch verfügbar, aber ich finde, es ist leicht zu verstehen.

Fazit

Du brauchst kein dickes Fell, um mit Kritik umzugehen. Sobald du sie als Selbstaussage deines Gesprächspartners verstehst, nimmst du ihr den Wind aus den Segeln. Und wenn sie dich doch trifft, weißt du, dass sie einen wunden Punkt berührt hat. Das ist nichts Schlimmes, denn solche wunden Punkte haben wir alle – auch ich.

Möchtest du meine Tipps und Anregungen erhalten, wie du dir ein erfüllendes Berufsleben gestalten kannst? 

Dann trage dich hier in meinen Newsletter ein.

*werblicher Link/Affiliate