Oh, dieses Thema brennt mir unter den Nägeln. Nein, dieser Satz bringt mich sogar auf die Palme!

Um welchen es geht?
Um diesen hier: „Ja, aber so leicht ist das nicht.“

Du glaubst nicht, wie oft ich ihn in der letzten Zeit gelesen habe. Sobald es irgendwie um Veränderung geht, schon taucht dieser Kommentar auf.

  • „Ich würde ja gerne abnehmen, aber so leicht ist das halt nicht.“
  • „Ich würde so gerne selbstbewusst Nein sagen können, aber so leicht ist das nicht.“
  • „Ich hätte echt gerne mehr Zeit für mich, aber so leicht ist das nicht.“

Was soll dieser Satz ausdrücken?
Dass es ein Grund ist, alles beim Alten zu belassen?
Dass es besser ist, in der bisherigen Situation zu verharren, als sich aufzuraffen und etwas zu ändern?

Veränderung ist unbequem

Ich kann den Wunsch verstehen, es möge doch möglichst leicht sein. Ich hätte auch manchmal gerne das ultimative Produkt, das Probleme einfach so löst – ganz ohne mein Zutun.

Die Medien tragen ihren Teil zu diesem Wunsch bei.

  • Du willst in 10 Tagen 100 Kilo abnehmen?
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  • Du wünschst dir ein unerschütterliches Selbstvertrauen?
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  • Du willst online von unterwegs arbeiten?
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Klingt verlockend, ist aber Blödsinn. Veränderung ist unbequem und Ziele erreichen sich nicht einfach so.

  • Um abzunehmen, musst du dein Essverhalten ändern und/oder dich mehr bewegen.
  • Um mehr Selbstvertrauen zu gewinnen, musst du über deinen Schatten springen und neue Verhaltensweisen ausprobieren.
  • Um ortsunabhängig zu arbeiten, musst du Disziplin aufbringen und dich fokussieren können.

Love it, change it or leave it

Für mich ist diese Aussage „so leicht ist das aber nicht“ eine Haltung des Jammerns und auf die reagiere ich mittlerweile recht allergisch.

Warum das so ist?
Weil ich mich lange Zeit selber so verhalten habe.

  • Wieso bin ich so lange in meiner unglücklichen Ehe geblieben?
    Weil mich der Gedanke an den Aufwand, der mit einer Trennung verbunden ist, abgeschreckt hat. Dann strenge ich mich doch lieber noch etwas mehr an, um die kaputte Ehe zu retten. Da weiß ich, woran ich bin – außerdem wollte ich nicht alleine sein.
  • Wieso habe ich so lange eine Job gemacht, den ich total ätzend fand?
    Weil es bequem war und mir gutes Geld gebracht hat. Mich weiterzubilden oder Bewerbungen zu schreiben, war mit Aufwand verbunden. Also war der gut bezahlte, aber stressige Job das kleinere Übel. Das regelmäßige Einkommen hat mir außerdem das Gefühl von Sicherheit gegeben.
  • Wieso habe ich so lange Ja zu Dingen gesagt, die ich gar nicht wollte?
    Weil es nicht leicht ist, ein neues Verhalten auszuprobieren und dabei vielleicht auf Unverständnis, Kritik oder Ablehnung zu stoßen. Also habe ich lieber wie gewohnt genickt und hatte meine Ruhe. Harmonie war mir damals sehr wichtig.

Keine faulen Kompromisse

Ja sagen, aber Nein denken?
Das mache ich heute nicht mehr. Ich will mein Leben nicht als faulen Kompromiss leben. Ich möchte auf mein Herz hören. Ich will Grenzen setzen können. Ich möchte Kritik äußern und annehmen können. Ich will einen Beruf ausüben, der mich erfüllt. Ich möchte reisen und ich möchte neue Erfahrungen sammeln.

  • Glaubst du, dass es leicht war, in den Bus zu ziehen und gleichzeitig eine Selbstständigkeit aufzubauen?
  • Glaubst du, dass beim Vanlife immer alles rosa und einfach ist?
  • Glaubst du, dass es leicht war, alle Zelte in Deutschland abzubrechen und alleine nach Spanien zu gehen?
  • Glaubst du, dass es leicht ist, diesen Artikel zu schreiben und zuzugeben, dass mich dieser Satz wütend macht?

Nein, all das ist nicht leicht und das ist gut so. Leicht ist langweilig. Leicht heißt, dass es ohne oder mit wenig Aufwand zu erreichen ist. Was sind solche Dinge wert?

Was immer wieder vergessen wird, ist das hier: du zahlst für jede Entscheidung einen Preis. Das gilt auch, wenn du alles beim Alten belässt

Du willst etwas ändern, kommst aber nicht ins Handeln?
Dann ist der Leidensdruck vielleicht noch nicht groß genug. Die aktuellen Vorteile scheinen noch zu überwiegen, auch wenn sie dir unter Umständen nicht bewusst sind.

Vielleicht ist dir einfach auch noch nicht klar, was du durch die Veränderung gewinnst. Du kennst dein Ziel nicht und tappst somit im Dunkeln.

Du brauchst ein Warum

Was du brauchst, ist die Antwort auf das Warum.

  • Warum willst du abnehmen? Ist es dein eigener Wunsch oder läufst du lediglich einem gesellschaftlichen Bild hinterher?
  • In welcher Situation willst du selbstbewusster auftreten und warum? Was wäre dann anders/besser als jetzt?
  • Warum willst du ortsunabhängig arbeiten? Welche Bedürfnisse würden dadurch erfüllt?

Erst durch diese Antworten bekommst du Motivation und Antrieb. Ohne Warum bleibt es schwer.

Die alles entscheidende Frage ist also nicht, ob es schwer oder leicht ist. Die Frage ist, ob es dir den Aufwand wert ist.

Mach es dir leicht

Ich bin selber schon verdammt oft über meinen Schatten gesprungen. Auch ich habe schon einige Male an meiner Denkweise und meinem Verhalten gearbeitet und mache es noch immer.

Ich weiß, dass Veränderung nicht so leicht ist. Indem du dir das aber dauernd vor Augen führst, machst du es dir nur noch schwerer.

Richte deine Aufmerksamkeit nicht auf die Hürden, sondern auf dein Ziel.

Was es auch ist, gehe einen kleinen Schritt nach den anderen auf dein Ziel zu. Übe das neue Verhalten. Sei geduldig und verständnisvoll mit dir. Reflektiere dein Verhalten. Lerne aus Misserfolgen oder Fehlern – und mach weiter.

Fazit

Dass etwas schwer ist, darauf konzentriere ich mich heute nicht mehr. Mein Fokus liegt darauf, Lösungen und Wege zu finden.

Das Problem erscheint zu groß, die Veränderung zu schwer?
Dann suche ich nach Möglichkeiten, wie ich es mir leichter machen kann.

  • Brauche ich mehr Wissen,
  • Unterstützung,
  • mehr Geld
  • eine Form der Selbstverpflichtung?

Auf diese Fragen finde ich die Antworten, wenn das Warum und das Ziel geklärt sind.

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