Die Nachbarin klopft an deine Tür und bittet dich um einen Gefallen. Dein Partner möchte etwas von dir und dann ist da noch der Chef, der schon wieder mit einer neuen Aufgabe winkt.

Vielleicht ist es auch ein Bekannter, der gerne etwas kostenfrei von dir nutzen möchte, das du beruflich machst. Eigentlich geht dir das gegen den Strich, aber du sagst trotzdem Ja. Und im Nachhinein ärgerst du dich. Du fühlst dich ausgenutzt und es fehlt dir an Wertschätzung.

Doch nicht nur das.
Es fehlt dir durch all die kleinen und großen Anfragen auch an Zeit. Du rennst durch den Alltag und versuchst, es jedem recht zu machen – nur dir nicht. Dabei hast du dir schon so oft vorgenommen, endlich mal eine Grenze zu ziehen, aber es will dir einfach nicht gelingen.

Grenzen setzen: So machen es dir andere schwer

Person A: „Kannst du in den nächsten drei Wochen bitte meine Katze füttern, wenn ich im Urlaub bin?“
Person B: „Ehrlich gesagt ist mir das zurzeit zu viel, da ich beruflich so eingespannt bin. Kann das nicht eine andere Person machen?“
Person A: „Mir wäre es am liebsten, du würdest dich um sie kümmern. Du hast einfach ein tolles Händchen für Tiere.“
Person B: „Na gut.“

Dieser Dialog steht stellvertretend für viele andere, bei denen jemand gerne Nein sagen möchte, dann aber einknickt.

Was ist passiert, dass Person B von ihrem Nein abweicht?
In diesem Fall hat ihr Person A geschickt Honig um den Bart geschmiert und sie damit dazu gebracht, zuzusagen.

Schmeicheleien können von allen möglichen Seiten an dich herangetragen werden: deinem Vorgesetzten, deinem Lebensgefährten, von Freunden. Sie haben ein gutes Gespür dafür, dass sie dich auf diese Weise knacken können, wenn sie an dein Ego appellieren.

Nur du kannst besonders gut organisieren, die Katze füttern, den Text schreiben oder was auch immer. Und so erklärst du dich letztendlich bereit, die Aufgabe zu übernehmen, obwohl du es nicht wolltest.

Doch es gibt noch andere Wege, die dich von deinem Nein abbringen können.

Mögliche Widerstände beim Neinsagen

Neben dem Schmeichler kannst du dich auch auf die folgenden Widerstände einstellen.

  1. Der Quengler 
    Er versucht dir ein schlechtes Gewissen zu machen und weiß genau, wie ihm das bei dir gelingt.
  2. Der Erpresser 
    Er macht Drohungen und übt Druck auf dich aus. Wenn du dieses oder jenes nicht machst, dann …
  3. Der Drängler 
    Er löst Stress aus, weil immer alles schnell gehen muss. Seine Lieblingsfrage ist „Kannst du mal eben …“

Das sind die typischsten Formen des Gegenwinds, mit dem du rechnen kannst. Manche Menschen kombinieren sie auch geschickt, wenn eine Methode nicht zum Erfolg führt.

Und was heißt das für dich?
Du brauchst für dich absolute Klarheit, wieso du Nein sagen möchtest. Du musst wissen, wieso es dir so wichtig ist, diese Grenze zu ziehen und was du dadurch gewinnst. Nur dann schaffst du es, dir treu und bei deinem Nein zu bleiben.

Mit Widerständen umgehen

Was kannst du also machen, wenn deine Grenze nicht akzeptiert wird und der andere nachhakt, um dich umzustimmen?

Die Antwort darauf ist ziemlich simpel: Du wiederholst das Gesagte noch einmal genau so, wie du es bereits geäußert hast und zwar mit dem gleichen Grund.

Es geht nicht darum, alle möglichen Begründungen hervorzuzaubern, bis der andere irgendeine schluckt.

Bleib konsequent bei deiner Aussage und wiederhole sie so lange, bis dein Gegenüber sie akzeptiert.

Vielleicht ist er jetzt sauer oder unzufrieden, das kann passieren und ist sein gutes Recht. Doch das ist sein Thema, nicht deines.

Für dich kann es schwer sein, das auszuhalten, wenn du ein sehr harmoniebedürftiger Mensch bist. Auch hier solltest du dich wieder an dein Warum erinnern und wieso es für dich jetzt gerade so wichtig ist, standhaft zu bleiben.

Halte dir auch vor Augen, dass du mit deinem Nein sowohl in dein eigenes Wohl investierst als auch anderen Menschen Orientierung bietest.

Wenn du bisher noch keine Grenzen gezogen hast, wird es für dein Umfeld eine Umstellung sein. Zu Beginn mögen manche noch hartnäckig Widerstand leisten, weil dein Nein für sie unbequem ist, aber nach und nach werden sie sich daran gewöhnen.

Denke immer daran: dein Leben gehört dir!

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