Wann genau ist sie mir abhanden gekommen, meine Lebensfreude?

Ich kann es dir gar nicht genau sagen. Sie hat sich schleichend aus dem Staub gemacht und es hat einige Zeit gedauert, bis ich es bemerkt habe.

Bis dahin habe ich meinen Alltag weiter gewuppt wie gewohnt. Zwar hatte mein Körper schon einige Alarmlampen aktiviert, doch denen habe ich keine weitere Beachtung geschenkt.

Meine Lösung hieß: „Wenn ich mich zusammenreiße, dann geht das schon.“

Funktionieren bis zum Umfallen

Meine Leitgedanke, der im Unterbewusstsein regiert hat, war: „Ich werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste.“

Die damit verbundenen Auswirkungen waren fatal.
Einfach mal die Füße hochlegen? Das geht nur, wenn ich vorher was dafür getan habe. Doch eine Aufgabe hat die nächste gejagt und somit kam die Entspannung zu kurz.

Mein Kopf war zudem immer darauf bedacht, sich in alle Richtungen abzusichern, zu planen und zu organisieren. Das Leben ist voller Gefahren, also muss ich jeden Schritt genau im Voraus überlegen.

Dass diese Einstellung nicht zu Freude führt, kannst du dir wahrscheinlich vorstellen, oder?

Ständig zu grübeln, sich über ungelegte Eier Gedanken zu machen, immer nur Negatives zu erwarten – all das führt zu geistiger und körperlicher Anspannung.

Was ist Lebensfreude?

Sie hängt mit Wertschätzung und Dankbarkeit zusammen, mit Genussfähigkeit, mit Geben und Annehmen, mit Zuversicht und Selbstachtung. Sie will gefühlt werden, nicht gedacht.

Nun klafft also zwischen dem damaligen Zustand und meiner zurückgewonnenen Lebensfreude eine große Lücke. Wie habe ich diese geschlossen? 

Wie habe ich mein Selbstwertgefühl gestärkt? Wie Zuversicht gelernt? Wie all das erreicht, was notwendig war, um wieder Freude am Leben zu haben?

Alles beginnt im Kopf

Ich könnte dir jetzt 1001 Punkte nennen, die du machen kannst:

  • dich an kleinen Dingen erfreuen,
  • dir Zeit zum Entspannen gönnen,
  • häufiger Nein sagen.

Doch der eigentliche Schlüssel lag für mich woanders: in meinem Denken, denn das beeinflusst mein Handel.

Also habe ich das hier getan: 

  • mir täglich Zeit genommen, mich meinen Gedanken zu widmen,
  • mein Denken beobachtet und kritisch hinterfragt,
  • mir erlaubt, anderes denken zu dürfen.

Hinzuschauen, was in meinem Kopf abgeht, war und ist nicht immer einfach. Doch indem ich es ignoriere, gebe ich dem Ganzen Macht. Es führt also kein Weg daran vorbei, sich ihm zu stellen.

Zum Glück lässt sich das Denken genauso trainieren wie der Körper. Und da so viel davon abhängt, war es mir die zeitliche Investition wert.
In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Auswirkungen von positivem und negativem Denken.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, nur etwas wert zu sein, wenn ich etwas leiste. Dabei habe ich vergessen, dass wir alle das Recht haben, glücklich zu sein – ohne daran geknüpfte Bedingungen.

Ich erlaube mir, Spaß am Leben zu haben.

Diesen Satz konnte ich mir nicht einfach überstülpen, dagegen hätte sich alles in mir gewehrt. Nein, ich musste Schritt für Schritt meine Gedanken kennenlernen und mich darin üben, neue Sichtweisen einzunehmen.

Ich musste außerdem üben, mich nicht mit meinem Kopfchaos zu identifizieren. Ich kann jederzeit alles denken. Die Frage ist, welchem Gedanken ich folgen möchte und welchem nicht.

  • Welcher Gedanke verbietet es mir, mich ohne vorherige Leistung einfach mal zu entspannen?
  • Was denke ich, wenn mir jemand ein Kompliment macht?
  • Wieso denke ich, es sei unhöflich, Nein zu sagen?

Ja, das waren ziemlich viele Bereiche, die ich unter die Lupe genommen habe und bis heute noch nehme. Mein Ziel war es nie, nicht mehr zu denken und wie ein Buddha durchs Leben zu schweben.

Nein, ich wollte so denken, dass es mir und anderen guttut.

Heute erlaube ich mir :

  • laut in der Öffentlichkeit zu lachen, wenn mir danach ist,
  • mit meinen Hunden im Dreck zu buddeln, bis wir alle komplett eingesaut sind,
  • nackt in einen eiskalten Fluss zu springen,
  • mir Erholung zu gönnen, wenn ich mich danach fühle.

Ich habe gelernt, mich Menschen zu öffnen und sie an mich heranzulassen. Ich kann nicht mehr nur geben, sondern auch annehmen.

Fazit: Sie kommt so langsam zurück, wie sie gegangen ist

Meine Lebensfreude hat sich damals nicht mit einem großen Knall verabschiedet und kam auch nicht mit einem großen Knall zurück. Beides waren schleichende Prozesse. Um sie zurückzugewinnen, habe ich mich von lange Zeit gelebten Denkweisen und Verhaltensmustern verabschiedet.

Doch Gewohntes gibt Sicherheit.
Genau deshalb fallen wir gerne in gewohntes Verhalten zurück, vor allem unter Stress.

Um deine Lebensfreude zurückzugewinnen, sind somit deine Geduld und Verständnis für dich selbst gefragt – jeden Tag aufs Neue.

Ich darf das machen, was mir guttut und das Leben genießen – und du darfst es auch!

Tust du es? 

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