Gehörst du zu denen, die um Streits, Konflikte oder emotional aufgeladene Diskussionen einen großen Bogen machen? Denen Harmonie ein großes Bedürfnis ist? Dann geht es dir wie vielen anderen Menschen auch.

Mit anderen verbunden zu sein und friedlich miteinander umzugehen, ist ein schönes Gefühl. Echte Harmonie kann aber nur entstehen, wenn auch du echt bist. Dazu gehört es, ab und zu Grenzen zu ziehen und für dich einzustehen.

Der hohe Preis der Harmoniesucht

Friede, Freude. Eierkuchen. Um diesen Zustand zu erreichen, würden manche Frauen alles tun. Sie gehen Diskussionen mit ihrem Partner oder Freunden aus dem Weg. Sie versuchen, es jedem recht zu machen. Sie haben feine Antennen dafür, was der andere braucht, damit es ihm gutgeht.

Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse, Interessen, Träume und Wünsche. Es ist daher schier unmöglich, jeglichen Konflikt zu vermeiden. Es sei denn, du kehrst dein Ich unter den Teppich und lässt stets anderen den Vortritt. Ein hoher Preis, findest du nicht?

Daran erkennst du, dass du harmoniesüchtig bist

Vielleicht weißt du bereits, dass du süchtig nach Harmonie bist. Vielleicht denkst du aber auch, dein Verhalten sei vollkommen normal. Gleichzeitig ärgerst du dich, dass du oft von deinem Partner oder Freunden übergangen und nicht ernst genommen wirst. Was du willst, scheint sie nicht zu interessieren.

Deine Bedürfnisse und Grenzen können allerdings auch niemanden interessieren, wenn du sie nicht äußerst. Woher soll dein Gegenüber wissen, was du willst und was nicht? Es ist nicht seine Aufgabe, deine Gedanken zu lesen und zu erahnen, was du brauchst.

Du wirst für andere Menschen erst greifbar, wenn du dich mit all deinen Facetten zeigst.

Diese Punkte sprechen dafür, dass du harmoniesüchtig bist: 

  1. Du hast Angst vor Konflikten 
    Um diese zu vermeiden, gibst du schnell klein bei oder sprichst kritische Themen erst gar nicht an.
  2. Deine Bedürfnisse kommen zu kurz
    Du denkst von dir selbst, nicht so wichtig zu sein. Die Bedürfnisse deines Partners, deiner Freunde spielen eine größere Rolle als deine eigenen.
  3. Du hast Angst, Kritik zu äußern 
    Wenn dich etwas stört, schluckst du es lieber herunter, anstatt es anzusprechen. Gleichzeitig hast du Angst davor, kritisiert zu werden. Wie es dir gelingt, Kritik nicht persönlich zu nehmen, erfährst du hier.
  4. An dir nagen Selbstzweifel 
    Du denkst, nicht gut genug oder nicht wertvoll zu sein. Deine Selbstzweifel halten dich davon ab, für dich einzustehen.
  5. Du verzeihst schnell
    Anstatt einen Konflikt auszuhalten und dich für deinen Standpunkt stark zu machen, lenkst du ein und verzeihst schnell. Innerlich nagt das Thema aber noch an dir und du trägst es mit dir herum. Die Harmonie ist somit nur oberflächlich.
  6. Streit ist für dich eine Bedrohung
    Du fühlst dich bei Streits extrem unwohl. Das gilt auch, wenn du Streitigkeiten anderer Personen mitbekommst. Damit verbunden ist die Angst, dass ein Streit das Ende der Beziehung oder Freundschaft bedeutet.
  7. Du stimmst allem zu
    Selbst bei unwichtigen Themen neigst du dazu, dich mit deiner echten Meinung zurückzuhalten und stattdessen zuzustimmen.

Du erkennst dich darin wieder? Willkommen im Club!
Mir ging es viele Jahre genauso. Ich hätte fast alles getan, damit mein Ex-Mann zufrieden ist. Ich habe Ja zu Dingen gesagt, die ich gar nicht wollte, um Diskussionen zu vermeiden. Ich bin Kompromisse eingegangen, die ich nicht eingehen wollte.

Dabei ist Neinsagen so befreiend. Mehr dazu erfährst du in diesem Artikel.

Harmoniesucht überwinden

Nach außen hin schien mein Leben harmonisch, aber in mir hat es gebrodelt. Ich wurde immer unzufriedener, habe mich immer mehr vor meinem Partner zurückgezogen. Und all das nur, weil ich Angst davor hatte, abgelehnt zu werden. Davor, mich rechtfertigen oder erklären zu müssen,

Davor, dass mir die Argumente ausgehen. Davor, dass unsere Beziehung an einem Streit zerbricht. Dass mich mein Partner nicht mehr mag.

War das echte Harmonie? Nein, das war Angst!

Ein übersteigertes Bedürfnis nach Harmonie führt dazu, dass du dich selbst verleugnest. Dass du Konflikte vermeidest, obwohl sie nötig wären, um ein Problem zu lösen. Dies gilt sowohl für deine beruflichen als auch privaten Belange.

Wie gelingt es dir, deine Harmoniesucht zu überwinden? 

Indem du dich von den Erfahrungen löst, die sie haben entstehen lassen. Meist gehen sie weit zurück in deine Kindheit. Es ist wichtig zu verstehen, dass dein Verhalten damals einen Zweck erfüllt und dich geschützt hat.

Jetzt bist du aber erwachsen und kannst auf andere Weise für dein Wohlergehen sorgen. Dazu gehört es, für dich einzustehen. Damit dir das gelingt, ist es notwendig, dein Selbstvertrauen und dein Selbstwertgefühl zu stärken.

  • Widme dich deinen Gedanken und lerne, negative Denkweisen in konstruktive umzuwandeln.
  • Gönne dir Zeiten für dich ganz alleine, um dich zu entspannen, aber auch, um dich besser kennenzulernen.
  • Sprich gedanklich mit dir selbst auf eine ermutigende, aufbauende Weise. So wie mit einer besten Freundin.
  • Übe dich darin, über deinen Schatten zu springen. Mini-Herausforderungen helfen dir, Erfolgserlebnisse zu sammeln. Diese sind wichtig, um dein Selbstvertrauen aufzubauen.
  • Werde dir deiner Werte, Bedürfnisse, Wünsche und Interessen bewusst.
  • Stelle dich deinen Ängsten, die dazu führen, dass du Konflikte vermeidest.

Kein Mensch wird dich ernst nehmen, wenn du es nicht tust. Harmonie ist etwas Schönes, aber nur, wenn sie natürlich ist. Verbiegst du dich, um sie zu wahren, leidet dein Selbstbewusstsein darunter.

Eine gute Beziehung zu anderen beginnt bei dir selbst – sag Ja zu dir! 

Du möchtest gerne lernen, mit gutem Gefühl Grenzen zu ziehen?
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